Hermann hesse liebesgedicht. von Hermann Hesse: Ein Gedicht wie ein Gebet

Liebesgedichte & Liebessprüche

Hermann hesse liebesgedicht

Auf einem kurzen Nachtgang vor dem Schlafengehen sah ich Sterne in den Regenpfützen gespiegelt, sah im Nachtwind am Ufer des heftig rauschenden Flusses ein paar außerordentlich schöne alte Bäume. Ich weiß keinen Namen als deinen, Ich kann um keinen Schmerz Und um keine Lust mehr weinen, Als um dich allein, mein Herz. Wir hasten mit, es ist noch weit Bis Bivio, bis Chur, Paris, Berlin, Wir hasten auf der hageren Straße hin, Wir sehen grat-entlang die Wolken ziehn, Das Steingeröll mit blinden Wasserlachen; Die graue Kühle will uns schauern machen, Doch die Maschine reißt uns ohne Gnade Hinan, hinab, hinweg. Hier erfolgte ein Bruch mit seiner Familie. O hne Liebe zu sich selbst ist auch die Nächstenliebe unmöglich.

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Liebesgedichte & Liebessprüche

Hermann hesse liebesgedicht

Das Beste war die Kraft, die mir aus jener Liebe floß, die fröhliche Kraft, für sie zu leben, zu streiten, durch Feuer und Wasser zu gehen. . Leider war dem Hochpflug nicht gewachsen dieses Edeldichters schwaches Herz, und auf einer Vortragsreise durch Sachsen ward er krank und schwang sich himmelwärts. Richtig verstehen kann ich ihn nicht, Bin aber zu höflicher Zustimmung bereit So geht der alte Mann, Spricht Klugheit aus der knorpeligen Kehle. Was mich betrifft, so schrieb ich zwar auch solche Sachen, In der Lebensbejahung war ich früher groß, Heute muß ich darüber lachen, Und wenn ich ehrlich sein will, muß ich gestehen: Nein, mit dem allzuviel bejahten Leben ist nichts los. An keinem Feuer kann ich erwärmen, Keine Sonne lacht mir mehr, Ist alles leer, Ist alles kalt und ohne Erbarmen, Und auch die lieben klaren Sterne schauen mich trostlos an, Seit ich im Herzen erfahren, Das Liebe sterben kann.

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Worte

Hermann hesse liebesgedicht

Wir wollen dankbar scheiden Aus ihrem grossen Spiel; Sie gab uns Lust und Leiden, Sie gab uns Liebe viel, Leb wohl, Frau Welt, und schmücke Dich wieder jung und glatt, Wir sind von deinem Glücke Und deinem Jammer satt. Verführer Gewartet habe ich vor vielen Türen, In manches Mädchenohr mein Lied gesungen, Viel schöne Frauen sucht ich zu verführen, Bei der und jener ist es mir gelungen. Ein alter, ewiger Fehler, den ich hundertmal begangen und bitter bereut habe, ist mir auch diesmal wieder passiert. Für mich ist Stille nicht und Sternenbahn, Ich bin die Welle, bin der schwankende Kahn, Von jedem Sturm im Innersten erregt, Von jedem Hauch verwundet und bewegt. Ambrose Bierce Liebe ist ein Glas, das zerbricht, wenn man es zu unsicher oder zu fest fasst. Und daß wir beide Gäste sind Von ferneher, und daß wir beiden, Sobald die dunkle Nacht beginnt, Dasselbe bange Heimweh leiden? Porträt Hochmütig, schön und rätselhaft, Der Mund voll Spott, die Stirn voll Stolz, Der Blick voll loher Leidenschaft - Und über deine Schulter hängt Ein Bündel schweren Lockengolds.

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Hochzeitsgedichte

Hermann hesse liebesgedicht

Und weiß: auf diesen ruhmlos sündigen Pfad Weht Gottes Atem mich, ich muß es dulden, Muß weiter treiben, tiefer mich verschulden Im Rausch der Lust, im Bann der bösen Tat. Bhagavad Gita Wieder lag ich schlaflos Stund um Stund, Unbegriffenen Leids die Seele voll und wund. Plötzlich aber, bang durchzittert, Sehnt aus dem unendlichen Glück Angstvoll sich das Herz zurück, Das den Tod im Lieben wittert. O dunkles Tor, o dunkle Todesstunde, komm du heran, daß ich gesunde und daß aus dieses Lebens Leere ich heim zu meinen Träumen kehre! Selbst verfasste Gedichte zur Hochzeit sollten allerdings gut durchdacht sein. Wenn jemand sucht, dann geschieht es leicht, daß sein Auge nur noch das Ding sieht, das er sucht, daß er nichts zu finden, nichts in sich einzulassen vermag, weil er nur an das Gesuchte denkt, weil er ein Ziel hat, weil er vom Ziel besessen ist.

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Hesse

Hermann hesse liebesgedicht

Diesen namenlosen Klang, Während Wind und Tannen rauschen, Kann ich Stunden, Tage lang Schweigend hingegeben lauschen. Hermann Hesses Meisterwerk ist Gedicht, Gebet und philosophische Erkenntnis in einem. Und in der Brust Lebt uns glühende Ahnung Von den Wundern der Liebe. Was wir einander wehe tun, Die Zeit verweht's, das Herz vergißt; Die seligen Stunden aber ruhn In einem Glanz, der ohne Ende ist. Kein Mensch kennt den andern, Jeder ist allein.

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Hermann Hesse: Ausgewählte Gedichte II

Hermann hesse liebesgedicht

Es ist nicht Baum noch Fluss noch Tier Dem Herzen zu erreichen; Trost wird dem Herzen dir Allein bei deinesgleichen. Die Stunde Es war noch Zeit; ich konnte gehen, Und alles wäre ungeschehn, und alles wäre rein und klar, Wie es vor jenem Tage war! O Liebe, wundersame Glut, Die durch die Jahre Lust und Mühn Mir immer hat gebrannt im Blut - O Liebe, kannst auch du verglühn? Doch in der Ehe, da steckt die Kunst. So werden Sie freundlichst gestatten, Daß wir beide uns höflich begatten, Wie es sich ziemt zwischen Vater und Sohn. Johann Gottfried Herder Was ist es nun, das zwei Liebende so unendlich aneinander zieht? Dann an warmen Abenden wie heute Tönt der Kelch ein wundersam Geläute Und wir beide hören zu und schweigen, Bis aus dem Geläute Lieder steigen, Lieder, die wie Fabeln fremder Zeiten Fremd und schön in langen Takten gleiten, Tief in Zauberglück die Seele hüllen, Aller scheuesten Sehnsucht Wunsch erfüllen. Aber einmal noch vorm Ende will ich so ein Kind mir fangen, Augen hell und Locken kraus, nehm´s behutsam in die Hände, küsse Mund und Brust und Wangen, zieh ihm Rock und Höslein aus.

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Worte

Hermann hesse liebesgedicht

Martin Buber Liebe ist, wenn man Tag und Nacht singen möchte. Ihm entgegen, dessen wir Bild und Werkzeug sind, Führt unser Weg; unsre innerste Sehnsucht ist: Werden wie er, leuchten in seinem Licht! Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne. Und dein Blick verrät mir: du weißt, daß ich dein eigen bin und daß du mir den Fuß auf den Nacken setzen darfst. Sich wegwerfen können für einen Augenblick, Jahre opfern können für das Lächeln einer Frau, das ist Glück. K ein Mensch fühlt im andern eine Schwingung mit, ohne daß er sie selbst in sich hat. Uns andern bleibt vor Lärm und Krieg der Welt Von ihrer Todesangst und bittern Not Noch unser Teil, und Leid ist unser Brot Bis auch für uns der bange Traum zerschellt. J e weniger ich an unsere Zeit glauben kann, je mehr ich das Menschentum verkommen und verdorren zu sehen meine, desto weniger stelle ich diesem Verfall die Revolution entgegen, und desto mehr glaube ich an die Magie der Liebe.

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